DIE NEUE WELT DER WIRTSCHAFT; UTOPIEN WERDEN REALITÄT

Wir vermissen bis heute die trans- und interdisziplinäre Verknüpfung von Kompetenzen und Synergien zur gemeinsamen digitalen Nutzung. In Konzernen und Unternehmen dümpeln die seit Jahren existierenden Möglichkeiten der Vernetzung, z.B. über Wissensmanagement oder Best Praxis Erkenntnissen dahin.

Es geht hier noch nicht um Online-Consulting, auch nicht um Big Data-Analysen und auch noch nicht um intelligente Software-Lösungen, welche vermeintlich die menschliche Kreativität und Motivation durch digitale Systeme und Algorithmen ablösen könnten.

Es ist aber klar, dass mit wachsender Komplexität vernetzte, branchenübergreifende Strategien und Systeme entscheidend helfen können, Synergien zu erkennen und zu nutzen.

Morgen effizienter und besser sein, war und bleibt auch zukünftig der Motor, um das Lebens- und Arbeitsumfeld optimaler zu gestalten.

Wir haben ja diese Gaben und Fähigkeiten, die Zukunft  aus  den eigenen Erfahrungen,  der Geschichte,  den Forschungen, dem aktuellen Wissensstand und aus plausiblen Utopien  kreativ  und verantwortungsvoll zu gestalten.

Ideal wäre es, wenn der technologische und  der wirtschaftliche Fortschritt den Menschenrechten und den moralischen Ansprüchen möglichst vieler Kulturen entsprechen könnte.

Es steht schon heute fest, wenn wir nicht durch Weltkatastrophen gestoppt werden, schaffen wir die wachsenden Herausforderungen, z.B. durch den Bevölkerungsanstieg mit Digitalisierungs- und Informationstechnologien besser und schneller.


 

Was wir schon konnten.

Die Globalisierung ist ja nichts Neues, überregionaler Handel war weit vor unserer Zeitrechnung bereits im Gange.

Die Digitalisierung der Medien z.B. durch den Buchdruck hat den Zugang zum damaligen Wissen bereits im 15. Jahrhundert in kürzester Zeit exorbitant potenziert.

Das Handwerk und die Landwirtschaft wurden ab ca. Mitte des 19. Jahrhunderts industrialisiert und spezialisiert. Anfang des 20.Jahrhunderts hat Nikola Tesla die Welt elektrisiert und „erleuchtet“.

Die Erfindungen der EDV-Technik durch Konrad Zuse werden seit 80 Jahren beschleunigt und kontinuierlich weiterentwickelt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts bestätigt die Raumfahrttechnologie  die Axiome der Physik oder pulverisiert sie. Ein Ende der Erkenntnisse und der Überraschungen ist nicht abzusehen. Roboter bedienten bereits in den Siebzigern Gäste an der TU Berlin und heute sind z.B. Fertigungsstraßen ohne sie nicht mehr denkbar. AMADEUS wurde für europäische Fluggesellschaften und Bussysteme  für „intelligentes Wohnen“ entwickelt. Navigationssysteme machen seit zwei  Jahrzehnten Logistik und Verkehr einfacher. Versicherungen und Banken sind ohne IT sowieso undenkbar, bei Goldman Sachs sind 80% der Angestellten IT-Spezialisten, nicht etwa Investment Banker.

Wir leben nun im zweiten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts, im dritten Jahrtausend und profitieren bereits seit Generationen von der sogenannten Digitalisierung, die zukünftig allerdings höhere Wellen schlagen wird als je zuvor. „Pokémon go“ wird heute gefeiert, wie Ende des 19. Jahrhunderts die Glühbirne.

Nun erfolgen  ein weltumspannender, enorm rasanter Fortschritt und Einfluss von  Digitalisierung, Informatik und Globalisierung; nicht nur für die Medien, für Handel und Technik, sondern auch für Medizin, Finanzen, Freizeit und Privates. Einfach für alles! Die Entschlüsselung des Genoms war nur durch Informationstechnologie möglich und neue Biotech-Medikamente gegen Krebs entstehen am Computer.

Apple, Google, SAP, Salesforce, Oracle, Priceline, Qualcomm, Microsoft, Cisco, Intel, auch Facebook oder Xing, etc. sind nicht nur für die „Industrie“ da, es sind überhaupt völlig neue Leistungen und Produkte. Produkte, die auch sehr private Konsumenten und nicht nur Unternehmen und Wirtschaft betreffen. So, wie es beim Heraufdämmern des Industriezeitalters auch schon der Fall war!

Neue Branchen machen ja bereits heute über 70% der Wirtschaft aus. Dieser Teil der Wirtschaft wächst zweistellig, während die alten Branchen jedes Jahr weiter schrumpfen. Die Industrie hat heute in Deutschland nur noch einen Anteil von etwas über 20%, wobei es am Höhepunkt des industriellen Wirtschaftswunders vor 50 Jahren fast 70% waren!  Kohle und Stahl existieren in Deutschland ja fast schon nicht mehr. Beim Handel ist der Chinese Alibaba bereits doppelt so groß wie Ebay und Amazon zusammen. Paypal oder ein anderer elektronischer Bezahldienst werden  Finanzdienstleistungen besetzen. Und wenn Apple und Google ein computerisiertes Elektroauto auf den Markt bringen, dann werden sie das  vielleicht beim „kleinen“ Zulieferer Ford oder VW fertigen lassen.

Das ist der Wandel, wie er von Anbeginn der Menschheit existiert, sonst nichts. Irgendwann werden auch  Windkrafträder und Solarzellen wieder verschwinden.

Ja und? Was ist das Problem?

Das Neue zu loben ohne sich ernsthaft mit den Chancen und Risiken auseinander gesetzt zu haben, ist ebenso naiv wie  die neue Welt zu verteufeln und der alten Zeit nachzutrauern.

Unter dem Begriff „Industrie 4.0“  versteht man hoffentlich nicht nur Smart Factory und vergisst dabei die wachsende globale Digitalisierungs- und Informatikwelle der Weltwirtschaft. Smart Factory  ist schon längst kein Neuland mehr. Es geht also trotz des einschränkenden Begriffes „Industrie 4.0“ einfach nicht nur um die mittlerweile kleine Industrie, es geht um die gesamte Wirtschaft und um angeblich ganz was Neues. Wir müssen es nur unkompliziert annehmen und weiterentwickeln. Fragen Sie die Technologen und die IT-Spezialisten!

Allein der Mensch an sich bleibt  wie er ist! Selbst das Volumen und die Aufnahmefähigkeit des Gehirns sind über die Jahrtausende nicht größer geworden. Unsere Schwächen und Unfähigkeiten verkomplizieren die Gestaltung der Zukunft u.a. durch Überregulierung, provinziellem Denken, Zertifizierungswahn, Ungerechtigkeiten, und Verbildung zu Fachidioten.

Teams sind häufig Genieersatz; aber Achtung vor der sog. Schwarmintelligenz! Moderne Management-Methoden u. Digitalisierungs- und Informations-Technologien sind kein Heilmittel gegen Dummheit!

Die Anforderungen an den Menschen können deshalb nicht höher und komplexer werden als in der Vergangenheit. Die Weiterentwicklung der Digitalisierungen wird allerdings neue und besseres Werkzeuge bieten, um die anstehenden Aufgaben besser und schneller zu lösen.

Was bremst?

Information versus Wahrheit:

Wir können schnell auf große Mengen von Informationen zugreifen. Diese basieren leider zu selten auf Wissen und Realität; zudem werden Fakten oft nicht verständlich oder gar falsch kommuniziert. Das erzeugt Ängste und Ablehnung.

Kulturen und Religionen:

Corporate Social Responsibility bzw. Unternehmensethik reicht nicht! Kulturen und Religionen haben bisher in der technologischen und  der wirtschaftlichen Entwicklung keine besondere Beachtung gefunden. Die Befürchtung der Menschen durch die Globalisierung ihre Traditionen, Religionen oder gar die eigene Identität zu verlieren, erzeugt nicht nur Sorgen sondern auch Gegenwehr; insbesondere wenn wir die Freiheitsideale der westlichen Welt ohne Respekt, mit Häme oder gar Beleidigungen über Anderslebende auslehren.

Kommunikation:

Die Wahrnehmung des Durchschnittsmenschen ist eine andere als die der Spezialisten, deren Botschaften außerhalb ihres eigenen intellektuellen Zirkels nicht verstanden werden. Der respektvolle Umgang mit den vielfältigen Kulturen muss  durch Publik Affairs Management besondere Beachtung finden, um aus Missverständnissen und Ablehnung Win Win Sitationen  zu erzeugen.  Es gilt deshalb bereits für heute und insbesondere für morgen, komplizierte Sachverhalte einfach und klar, also für möglichst alle verständlich zu beschreiben.

Normierung der Kreativen:

Wir sind jetzt schon gesättigt mit angeblichen Experten, Sachverständigen, Spezialisten und Controllern der Controller, ohne deren Gutachten  kaum noch Entscheidungen getroffen werden. Wir werden überflutet mit der Normierung des Denkens und Handelns. Selbst Kreativabteilungen werden durchreguliert, sowie intelligente, kreative und motivierte Menschen robotisiert. Dynamische, kreative Einheiten brauchen Freiraum.

Verbildung:

Pisa Studien haben nichts mit besonderer Bildung zu tun, hier wird bereits Normierung vor Kreativität und Vielfalt zertifiziert. Immer mehr Fachidioten und Hardcor-Konzepteschreiber und verbildete Bedenkenträger werden der Wirtschaft zur Seite gestellt. Führungskräfte sind für die Bewältigung von Veränderungen nicht ausreichend ausgebildet. Coaches beschäftigen sich mehr mit der Karriereentwicklung ihres Klienten als mit der Hilfe zur strategischen Neuausrichtung oder Krisenbewältigung.

 

 

 

 

 

Missbrauch und Kriminalität:

Nicht nur die Guten ziehen Nutzen aus den Fortschritten der Informationstechnologie. Betrüger und Diebe kassieren durch Datenmanipulation Milliarden. Falsche Propheten und Verführer provozieren durch Hasspostings Terroranschläge und manipulieren Massen durch Fake News. Hacker legen Wirtschaft und Politik lahm. Milliarden persönliche, intime Informationen werden ungefragt vermarktet.

Risiken oder Sicherheit:

Risiken die man ahnt, werden dann eintreten, wenn nicht frühzeitig gegengesteuert wird. Mit einigen Risiken muss man dennoch leben lernen. Wir können es negieren, es hinnehmen oder uns darauf vorbereiten, dass z.B. Branchen verschmelzen oder ganz verschwinden. Eine 100% Sicherheit für alle wird es nicht geben. Wir dürfen uns nicht verhalten wie das  Kaninchen vor der Schlange und keine Alternativen sehen. Wir lernen auch hier aus der Vergangenheit. Es sind genügend Perspektiven und Auswege da! Diese müssen nur frühzeitig entdeckt und entwickelt werden, auch um z.B. Allmachtfantasien von Branchenmonstern zu korrigieren.

Erfahrung versus Naivität:

Bewältigung von Krisen oder entwickeln von Strategien ist  für Erfahrene Alltag. Erfahrene sind Personen, die mehrfach besondere Herausforderungen nachweislich gemeistert und die Vergangenheit und Gegenwart mit gestaltet haben. Anfänger sollten deren Hilfe beanspruchen. Aber Achtung! Scharlatane als „Ideenlieferanten“ ohne Substanz und Umsetzungserfahrung gibt es wie Sand am Meer.

Startups werden heute als Leitbilder für Innovation und Pioniergeist gepriesen. Das ist grundsätzlich gut und ermutigend. Vergessen wird, dass nur 2% der Innovationen bzw. Ideen auf dem Markt auskömmliche Renditen erwirtschaften. Viele der hoffnungsvollen Startups gehen in die Insolvenz weil hauptsächlich 1. Managementerfahrung und 2. finanzielle Mittel fehlen. Wenn die Wirtschaft wachsen will, dann sollte sie nicht nur auf Start ups setzen, sondern es eher mit wachsenden Branchen versuchen, die z.B. mit Ernährung, Gesundheit, Sicherheit und Transport zu tun haben.

Chancen und Potenziale:

Profitieren werden alle, die Guten und die Bösen, die Reichen und die Armen, die Intelligenten und weniger Intelligenten. Es ist für Jeden was dabei. Wir müssen auf Problemlösungen nicht warten, fangen wir doch selbst in unseren Unternehmen oder Bereichen an. Nutzen wir alle Potenziale, auch die der weichen Faktoren wie Kreativität, Motivation, trans.- und interdisziplinären Gedankenaustausch, Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein. Wir leisten dadurch einen entscheiden Schub zur Akzeptanz und Stabilisierung des Neuen.


QUINTESSENZ:

  • Es geht heute einfach nicht nur um die in Deutschland geschrumpfte  Industrie, es geht um die gesamte Wirtschaft und um ganz was
  • Neue und bereits bestehende, moderne Technologiebranchen wachsen schnell und lösen (seit Menschengedenken) unmoderne ab.
  • Das Neue zu loben, ohne sich ernsthaft mit den Chancen und Risiken auseinander gesetzt zu haben, ist naiv. Am Alten festhalten, statt die neuen Möglichkeiten zu forcieren, ist ebenso falsch.
  • Schwächen und Unfähigkeit verkomplizieren und verzögern die positive Gestaltung der Zukunft, andererseits haben wir die Gabe und Fähigkeit aus plausiblen Utopien Realität werden zu lassen.
  • Angst machen gilt nicht! Zukunft war immer und wird immer eine besondere Herausforderung bleiben. Die Nutzungssicherheit der Digitalisierungs- und Informationstechnologien muss gewährleistet werden.
  • Ein respektvoller Umgang mit den vielfältigen Kulturen kann durch Publik Affairs Management erreicht werden. Aus Missverständnissen und Ablehnung werden Win Win Situationen.