HOCHLEISTUNGS-TEAMS



In einem deutschen Tochterunternehmen mit ca. 700 Mitarbeitern wurden pro Jahr zig-tausend Stunden für Besprechungen verbraucht. Es waren umgerechnet mind. 30 Mitarbeiter 12 Monate lang dauerhaft in Besprechungen. Ein Wert von 2,8 Mio. Euro wurde also weitgehend vergeudet! Zeugt das von besonders guter Teamarbeit oder von mangelhaft organisierten Standardprozessen? Um das beurteilen zu können, wurden Vergleiche angestellt. Diese haben dazu geführt die Besprechungen zu reduzieren, lösungsorientierter und effizienter zu organisieren und zu gestalten. Die benötigte Zeit für Besprechungen konnte tatsächlich bereits in 12 Monaten um 20% reduziert und die Resultate der Teams exorbitant verbessert werden.

Mehr als 30% der verfügbaren Kapazität in Unternehmen verbrennt durch unzureichende Zusammenarbeit. Der verursachte Schaden ist noch wesentlich größer als die Zeit, die für Rechtfertigungen, Schuldzuweisungen, Streitgespräche und Schlichtungsversuche vergeudet wird. Fehlende Transparenz, langfristige Demotivation und fehlender Know-How-Transfer verhindern den eigenen und den Unternehmenserfolg. Wenn sie es doch begreifen würden, diese Rechthaber und Besserwisser, die Machtbesessenen, die Heißläufer, die Angsthasen, die Streitsüchtigen und Verantwortungslosen, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie nicht mit anderen zusammenarbeiten können oder gar wollen.

Der Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit und einem harmonischen Miteinander ist fast bei jedem Menschen ausgeprägt. Kein Wunder, denn wir haben es in unseren Genen. Zusammenarbeit ist Erbe und Pflicht zugleich; unser Überleben, Wohlstand, unsere Sozialstrukturen basierten schon lange vor der Steinzeit auf Teamarbeit und Kooperation. Dieses macht heute noch Freude, schenkt persönliche Akzeptanz und Anerkennung und ist die Basis für Unternehmen, um hohe Effizienzsteigerungen zu erzielen!

Eine gute Zusammenarbeit fördert so ganz nebenbei die Identifikation mit dem Unternehmen, verbessert das Betriebsklima und beschleunigt die Integration neuer Mitarbeiter.
Unglückliche Erfindungen wie Profitcenter, Matrixorganisationen und verkopfte Hierarchien sowie schlecht organisierte und unvorbereitete Teamsitzungen machen echte Teambildung schwer.

Unseren Effizienz-Moderatoren sind neben organisatorischen Schwächen auch negative Verhaltensmuster aufgefallen, die erfolgreiche Teamarbeit torpedieren: Nicht können, nicht wollen, nicht zuständig und nicht verantwortlich sein! Bockigkeit, Zurückhaltung oder Ängstlichkeit bei Mitarbeitern hat allerdings oft mit dem Führungsverhalten und der Unternehmenskultur zu tun. Zu wenig Anerkennung, Bloßstellung vor Anderen, ungerechte Behandlung sind oft die Ursache dieser Reaktionen.

Einige sind noch nicht lange genug im Unternehmen und trauen sich einfach nicht aktiv im Team mitzuwirken. Ein sensibler Teamleiter animiert zum „learning by doing“, lotet die Stärken und die angeblichen Defizite aus und organisiert bei Bedarf Qualifizierungsmaßnahmen.

Andere glauben, als erfolgreiche „Einzelkämpfer“ alles schneller und besser regeln zu können als mit einem Team. Das mag kurzfristig gut gehen, spätestens bei komplexen Aufgaben versagt die „trouble shooter“-Mentalität und der Einzelkämpfer verbrennt an seiner selbst inszenierten Überforderung.

Der Wettbewerb schläft nicht! Die Aufgaben sind zu komplex um diese allein, schnell und umfassend lösen zu können, da ist der Einzelne überfordert. Ein gutes Team als Genieersatz muss her! Hier treffen Mentalitäten, unterschiedliche Bildung, Erfahrungen, Fähigkeiten, Geschlechter, Persönlichkeiten und Spezialisten zusammen. Vielleicht schwingt sich aus diesem Kreis ein Teamleiter oder Moderator auf, appelliert an das gemeinsame Ziel und nutzt den Wissenstransfer, den hohen Informationsstand, die gegenseitigen Anregungen zum kurzzeitigen, konzentrierten und zielgerichteten Vorgehen. Es muss deutlich werden, dass die Zusammenarbeit zum Nutzen des Unternehmens, der Mitarbeiter und Kunden erfolgt. In einem erfolgreichen Team respektieren sich alle und achten auf einen fairen Umgang miteinander. So wird die Bereitschaft zum „Wechseln der Perspektive“ – um den Anderen besser zu verstehen – schnell erreicht.

Vielleicht gelingt es dem Teamleiter ja auch „Regeln der Zusammenarbeit“ zu verabschieden, die jedes Teammitglied unterschreiben kann. Die gemeinsam getragene Verantwortung ermutigt und verleiht zusätzliches Gewicht bei den Entscheidungsträgern und beschleunigt damit das Erreichen des Ziels.

Eine gute Zusammenarbeit beginnt also mit dem Wollen und Können Einzelner in Verbindung mit lösungsorientierter Kommunikation und Information. Gute Teammitglieder weisen neben einer ausreichenden Intelligenz auch Sozial.- und Fachkompetenz auf; Selbstvertrauen, Mut und Motivation sind der Antrieb zur Zielerreichung.

Ein Unternehmen besteht allerdings aus zahlreichen Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen, Ansprüchen und Interessen.

Gute Arbeitsergebnisse mit Teams aus dem eigenen Bereich sind einfacher zu erreichen als mit Teammitgliedern, die aus den verschiedensten Unternehmensbereichen oder Abteilungen zusammenkommen. Hierarchie, die heilige Ordnung, soll Zuständigkeiten regeln und Prozesse definieren, provoziert aber gleichzeitig Abteilungsdenken und macht die Zusammenarbeit mit selbst ernannten oder tatsächlichen „Alphatierchen“ schwierig. Teambildung und Teamarbeit mit anderen Bereichen gestalten sich durch Abteilungsinteresse, Machtbefugnisse sowie Eifersucht und Neid schwierig. Wir sind heute gegenüber der Steinzeit keinen Schritt weiter, obwohl durch Versuchsergebnisse, Forschungen und Erfahrungen erwiesen ist, dass Kooperation und Teamarbeit die schönste und erfolgreichste Form der Zusammenarbeit ist. Abteilungsdenken führt zu Gruppenzwang, die Mitarbeiter handeln im Sinne ihres Chefs – selbst wenn sie wissen, dass es schief geht. Der „Pygmalion-Effekt“ zeigt seine Wirkung! Menschen neigen dazu sich so zu verhalten, wie sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. „Was denkt mein Chef; was will er hören, welche Erwartungen hat er?“

Professionelle Führung greift bereits in der Anfangsphase in die Teamarbeit ein und gibt zu verstehen, dass im Team bestimmte Verhaltensregeln gelten. Das verhindert den „Pygmalion-Effekt“ und dient zur Entspannung.

Durch ein Commitment aller „beteiligten Chefs“ sind die Teammitglieder auf das gemeinsame Ziel eingeschworen.


Quintessenz:

  • Mehr als 30% an verfügbarer Kapazität verbrennt durch unzureichende Zusammenarbeit.
  • Ein gutes Team als Genieersatz muss her!
  • Zusammenarbeit erfolgt zum Nutzen des Unternehmens, der Mitarbeiter und der Kunden.
  • Der Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit ist bei den meisten Mitarbeitern stark ausgeprägt.
  • Der „Pygmalion-Effekt“ wird durch Teamregeln verhindert.